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Schmalspurseite RüKB von Roland und Jürgen

Dampflokmodell 99 4633

Ich entschied mich, die 99 4633 als erstes Modell zu bauen, da ich u.a. die Kuppelräder der BR41 aus dem Märklin-Z-Programm erworben hatte. Der gelieferte Durchmesser von 7 mm entspricht in TT ca. 850 mm Vorbilddurchmesser.

Erste Skizzen im Maßstab 2:1 (für TT) brachten einen groben Überblick über die zu leistende Arbeit. Zur Auslegung des Getriebes fertigte ich mir dann eine Zeichnung in 10:1 an. So konnte ich das Getriebe hinreichend genau konstruieren - 1 mm auf der Zeichnung entspricht dann 0,1 mm in Natura. Dies erwies sich bei der Fertigung des Getriebes als genau genug. Aus den mir zur Verfügung stehenden Zahnrädern aus dem Märklin-Z-Programm und einigen Zahnrädern aus Modell-Servo-Antrieben pusselte ich mir ein Getriebe mit 3 bzw. 4 Untersetzungsstufen. Dies ergab dann eine rechnerische Untersetzung von 104:1 bzw. 312:1. Somit müßte das Modell vorbildlich langsam über die Anlage fahren. Nach den ersten Probefahrten entschloß ich mich, dass die 3-stufige Variante die bessere ist. Die Lok hat eine ausreichende Höchstgeschwindigkeit und gute Langsamfahreigenschaften. Diese wurden durch die Verwendung einer Schwungmasse noch erheblich verbessert.

Inzwischen habe ich mir aus dem Radio-Bastelgeschäft einen Bastelsatz einer Impulssteuerung für preiswerte 14€ gekauft. Dieser Bausatz ist leicht zusammenzubauen und bringt hervorragende Ergebnisse. Die Lok fährt nunmehr im Superkriechtempo über die Anlage. Man benötigt also nicht unbedingt Faulis und Digitalsteuerung, um tolle Fahreigenschaften zu errreichen.

Um die Zahnräder platzsparend unterzubringen, mussten die Rahmenwangen in den Bereichen der großen Zahnräder jeweils auf 0,8 mm Stärke abgefräst werden. Nur so war es möglich, drei Zahnräder von 0,7 mm Breite bei dem 4-stufigen Getriebe auf engstem Raume nebeneinander unterzubringen.

Die Rahmenwangen entstanden aus 1,5 mm starkem Messing, in welche die Löcher für die Zahnradachsen und Kuppelräder gebohrt wurden. Zentrierbohrungen mit 2 mm Durchmesser positionieren die beiden Rahmenseiten zueinander über verlötete MS-Bolzen und Distanzplatten. An den Enden werden die Wangen je durch eine M1 Schraube zusammengehalten.

Die Schleifer aus 0,1 mm starker Federbronze nehmen den Strom auf der Radinnenseite ab. Sie sind an Drahtstücke gelötet, welche durch eine kleine isolierte Bohrung durch die Wasserkästen gesteckt werden und so fixiert werden.

Der Motor wird durch ein Spannband und zwei M1 Schrauben am Rahmen befestigt. Zur Reduzierung des Geräuschpegels des hochdrehenden Motors wurde selbiger in Gummi gelagert.

Kessel und Schwungmasse bestehen MS-Vollmaterial. Die Lok hat mit der 8 Gramm schweren Schwungmasse einen Auslaufweg von ca. 18 cm aus Höchstgeschwindigkeit. Der Kessel mußte im Bereich des Getriebes ausgefräst werden. Das Führerhaus besteht aus 0,3 mm starkem MS-Blech. Das gesamte Gehäuse wird vorne durch eine M1 Schraube, die von unten durch die Zylinderbrücke in den Kessel greift, mit dem Rahmen verbunden. Das Gesamtgewicht der Lok beträgt stolze 64 Gramm, was man dem Winzling beim Betrachten gar nicht zugestehen möchte.

Die Einrahmungen um die Fenster bestehen aus 0,3 mm Kupferdraht, den ich vorher mit einer Stahlwalze auf einer Stahlplatte etwas platt gewalzt hatte. Dann wird der Streifen am Ende auf das Gehäuseblech aufgelötet. In die Ecke des Fenster steckte ich auf der Lötunterlage einen 1 mm Bohrer, drückte den Blechstreifen um selbigen herum und lötete ihn bis zur Ecke fest. Dies wiederholt man in allen vier Ecken und kappt das übrige Ende zusammen mit dem Anfang mit einem Bastelmesser. So erhält man einen schönen feinen Fensterrahmen mit runden Ecken und ohne Lücke.

Die Stauschuten an den Führerhausfenstern bestehen aus 0,1 mm dünnem MS-Blech.

Die Kupplungsplatten sind an kleine MS-Stücke angelötet und in diese wurde 0,3 mm starker Federstahldraht eingeklebt. Dieser ist rechts und links angeschliffen worden, so dass das Ausschwenken der Kupplung mit geringem Kraftaufwand möglich ist - wichtig für enge Gleisradien auf der Anlage im Wendebereich.

Das Gestänge habe ich aus 0,3 mm starken MS-Blech gefräst und geschliffen. Die Pleuelstange mit Kreuzkopf und Kolbenstange ist beweglich. Die Zylindersteuerung ist in sich starr und bewegt sich nur ca. 0,2 mm hin und her, was durch den beweglichen Steuerkolben jedoch ausgeglichen wird.

Die Farbgebung erfolgte mittels Airbrush und Weinert-Nitrofarbe und Metallgrundierung. Da es meine erste Lackierung mit Airbrush war, ist das Ergebnis noch nicht 100%, aber es sieht auf den Fotos durch die Vergrößerung immer ärger aus, als in Wirklichkeit. Ich hoffe, daß mir die Lackierung bei den folgenden Modellen noch besser gelingt. Wichtig ist, dass der Farbauftrag der Grundierung absolut dünn und gleichmäßig ist, da sich ansonsten alle Unebenheiten des Grundlackes bei der nachfolgenden Farbgebung abzeichnen.

Die Loknummernschilder sind Ätzteile von der Firma Beckert Modellbau. Die restliche Beschriftung erfolgte mit Abziehbildern, welche ich mir bei der Firma HaO-HartmannOriginal extra anfertigen lies.

Nach nunmehr ca. 500 Arbeitsstunden ist das Modell nun endlich fertig, worüber ich sehr erleichtert bin.

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